Samstag, 7. März 2026

Berichte zur ITC 2026 in Frankreich

Moin zusammen,

am 21. Februar fand erneut die ITC in Frankreich statt, und als Titelverteidiger machten wir uns wieder auf die lange Fahrt Richtung Paris. Gespielt wurde erneut in einer hellen, großzügigen Gemeindehalle in Bezons. Dieses Mal waren deutlich mehr Teams vor Ort, aber theoretisch hätten auch noch 10 weitere Teams reingepßt.

Bevor wir die Halle aber besichtigen durften, waren wir erst Mal 10 im Auto und im Hotel an und trafen dort gleich die Spanier um Vincent (Lord Kragan). Das freute mich sehr, da wir beim letzten Mal gemeinsam gespielt und die Abende verbracht hatten. Zusammen mit den Spaniern packten wir also noch die anderen beiden deutschen Teams ein und gingen zum Italiener. Gestärkt und motiviert ging es dann zum Veranstaltungsort wo man ein bisschen Bier bereitgestellt hatte und uns als, Siegern des Vorjahres, schicke Schürzen mit Targetsymbol überreicht wurden.

Die Stimmung war gut und ich freute mich sehr viele bekannte Gesichter zu treffen und auch neue kennenzulernen. Zum Beispiel die Slowenen, mit denen wir später noch in der Bar zusammensaßen und wo mehrere 2,5 Liter Biertower bestellt wurden. Nun, es war eine Abend mit Spaß, Bier und Gesprächen in lockerer Atmosphäre. Ein paar der Bilder sind sogar für den Blog geeignet:


Unsere Planung für das Turnier & unsere Listen

Da es ein Teamturnier ist, haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken zu den Listen gemacht. Während Nino sehr schnell auf Xhiliarch mit Theokrator gesetzt hat, haben Tjade und ich etwas länger überlegt. Für Tjade fiel die Entscheidung, als der Dweghom Sorcerer Warlord mit Spire Rework die Möglichkeit bekam, über Automata zu zaubern, das war genau ihr Punkt, sich für diese Liste zu entscheiden.

Ich selbst wollte zunächst W'adrhŭn Speaker spielen, aber nach dutzenden Testspielen störten mich die Missmatches zunehmend. Die theoretischen Möglichkeiten, die Dweghom aktuell bietet, empfand ich als unangenehm, besonders weil ich mit einem massiven Dweghom-Aufgebot rechnete. Sorcerer Kings Chandavats hingegen funktionieren sehr gut gegen Dweghom, diese Einschätzung hatten wohl auch viele andere, denn insgesamt waren sieben Spieler mit Sorcerer Kings und 20 Vögeln unterwegs. Die Tische sahen an beiden Tagen in der Halle fast aus wie eine Szene aus Hitchcocks „Die Vögel“.

Armeeliste von Nino

Kalliarch & Thomas The Tank [2000/2000]
 
== (Warlord) Xhiliarch [145]: Sanctified Labaron, Aventine Armor
* Varangian Guard (5) [310]:
* Centaur Prodromoi (3) [150]:
* Athanatoi (3) [170]:
* Athanatoi (3) [170]:
 
== Theokrator [280]:
* Legionnaires (3) [100]:
 
== Archimandrite [110]:
* Legionnaires (3) [115]: Optio
* Cultists (3) [90]
* Moroi (3) [180]
* Moroi (3) [180]
Einer der gängigen Old Dominion-Builds in Deutschland. Quasi keine Missmatches, stark im Szenario und sehr stabil.

Armeeliste von Tjade aka Uziel 

Dweghom Caster [2000/2000]
 
== (Warlord) Tempered Sorcerer [110]: Fire School
* Inferno Automata (3) [170]:
* Fireforged (3) [160]:
* Stoneforged (1) [230]:
 
== Tempered Sorcerer [140]: Fire School, Relentless March
* Inferno Automata (3) [170]:
* Hold Warriors (3) [150]: Mnemancer's Apprentice
 
== Lost Ancestor [130]: Champion's Horns, Fire School, Bloody-Minded Focus
* Fireforged (3) [160]:
* Fireforged (3) [160]:
* Steelforged (3) [210]:
* Steelforged (3) [210]:

Der klassische D4-Spam mit dem Sorcerer Warlord. Nicht ganz so stabil wie Doppel-Stoneforged mit Steelshaper, aber mit dem Potenzial, Runde 2 zu einem Co-roscation über den ganzen Tisch zu machen.

Meine Armeeliste

Wind of Tzeentch [2000/2000]

== Maharajah [135]: Court of Earth, Favored of Hormus
 * Mahut (1) [240]: 
 * Ghols (3) [110]: Court of Air

== (Warlord) Maharajah [135]: Court of Air, Court of Water, Bound to the Elements
 * Steelheart Djinn (5) [290]: 
 * Trinavarta Chandavat (1) [240]: 
 * Steelheart Djinn (3) [170]: 
 * Trinavarta Chandavat (1) [240]: 

== Sorcerer [90]: Court of Air
 * Ghols (3) [110]: Court of Air
 * Trinavarta Chandavat (1) [240]: 

Die meisten Sorcerer Kings Spieler hatten Doppel-Dhanur dabei. Ich habe mich bewusst für die 11-Karten-Variante von Emanuel ohne Dhanur entschieden. Die Liste hat zwei sehr schlechte Matchups und eine etwas problematische Reinforcement-Kurve durch die wenigen Karten, ist dafür aber eine der stabilsten im Spiel. Sauber runtergespielt gewinnt man jede Attrition, die nicht gegen Yoroni oder extrem frühe Rushes antritt. Letzteres ist im aktuellen Meta quasi gar nicht mehr vorhanden und gegen Yoroni müsste man sich ohnehin arrangieren.

Warum ist der Haufen so stabil? Die Vögel sind quasi immun gegen Magie und Beschuss und können beides sogar im Nahkampf sehr gut abwehren. Dort sind sie der einzige Punkt, an dem sie ernsthaft gefährdet sind, aber selbst hier sind sie dank ihres Profils extrem zäh. Legt man zusätzlich einen Wassermarker vor sie, erhalten Gegner minus eins auf Treffer und die Vögel überleben problemlos. Man kannt den Wassermarker sogar vor Mahut mit Dread legen, der dadurch quasi unantastbar wird. Insgesamt gehört dies zu den vier unangenehmsten Builds, die man aktuell stellen kann und bringt mir wenig Spaß zu spielen. Auf einem Teamturnier generiert die Liste aber wenig Missmatches und ist strategisch sehr wertvoll, auch wenn man dabei keine neuen Freunde gewinnt.


Spiel 1: Ludocaine auf Divide and Conquer

Im ersten Spiel trafen wir auf ein französisches Team und das in Frankreich, wie ungewöhnlich.

Die Listen unserer ersten Mitspieler waren: Nords Riesenspam, Old Dominion Archi Warlord mit Theokrator und Dweghom Sorcerer Warlord mit drei Automata und Doppel-Hellbringer.

Meine Teamkameraden schauten sehr unglücklich auf die Dweghom. Außer mir wollte dagegen niemand spielen. Die Liste würde vermutlich im Mirror genauso bestehen wie gegen das Old Dominion, aber wir konnten die Einzelmatchups nicht direkt aussuchen. Stattdessen mussten wir einen Spieler setzen, auf den unsere Gegner dann jemanden gegensetzten, und wir machten dasselbe. Dadurch blieben am Ende zwei Spieler übrig, die gegeneinander spielten.

Zuerst legten wir die Dweghom und Team Ludocaine die Nords. Perfekt, so konnte Nino in das Nords-Matchup gehen, und Tjade würde vermutlich das Mirror bekommen. Ludocaine entschied sich allerdings, Tjade das Old Dominion zu geben, weshalb ich Nyckeau mit seinen Dweghom bekam.

Nyckeau - ITC Dweghom [2000/2000]
 
== Tempered Steelshaper [150]: Gifted in Fire, Ferric Throne
* Inferno Automata (3) [170]:
* Inferno Automata (3) [170]:
* Stoneforged (1) [230]:
* Steelforged (3) [210]:
 
== Tempered Sorcerer [110]: Fire School
* Hellbringer Drake (1) [180]:
* Inferno Automata (3) [170]:
* Fireforged (3) [160]:
 
==  (Warlord) Tempered Sorcerer [110]: Fire School
* Hellbringer Drake (1) [180]:
* Fireforged (3) [160]:

Mein Mitspieler Nyckeau sprach sogar Deutsch, was für mich, der sich in einem eher fragwürdigen Zustand befand, sehr praktisch war. Als ich mir seine Liste genauer ansah, erkannte ich sofort den Grund, warum ich nicht mit Speaker W'adrhŭn zum Turnier gekommen war. Drei Automata, die als Arc Nodes verwendet werden konnten und von denen aus die Dweghom-Magier zaubern konnten, machten die Liste schon sehr unangenehm. Dazu kamen Doppel-Hellbringer und Fireforged.

Die Liste war sehr gut darin, Druck über Reichweite mit Magie und Beschuss aufzubauen, und ich war sehr gut darin, das einfach stoisch zu ignorieren. Nyckeau war im perfekten Missmatch gelandet, und die Wahrscheinlichkeit, dass er mir alle drei Vögel tötete, ging gegen null. Das wusste er auch.

Wichtig war, dass ich in den ersten Runden nicht zu weit nach vorne ging. Deshalb blieb ich mit den Ghols zurück und versuchte, dass er sich überstreckte, am besten direkt in die Chandavats. Als ich ihm dann einen der Vögel entgegenstellte, versuchte er sofort einen Charge, scheiterte aber. Ein anderes Regiment ging mit Move Charge auf den Vogel, und die Sorcerer mit Ghols töteten zwei der Automata. Die anderen Automata griffen meine fünf Windmädchen an und starben am Maharajah und dem zweiten Vogel, der ins Spiel kam.

Durch die Lightning Bolts war es mehr als nur unangenehm, an den Vögeln zu stehen. In der dritten Runde hatte ich fast alles außer einem Windmädchen unter Kontrolle, und Nyckeau hatte einen Hellbringer verloren. Ich legte einen Wassermarker in die rechte Zone, wodurch Nyckeau mit seinem Warlord nicht ins Wasser und somit nicht in die Zone gehen konnte. Er positionierte sich in der linken Zone mit dem anderen Magier, was später dazu führte, dass ein Vogel zusammen mit dem Block Windmädchen diesen tötete und ich die Führung übernahm.

In den Folgerunden zerstörte mein Block alles auf der linken Flanke und zog später an Nyckeaus Kante, um einen Hellbringer von hinten aufzuräumen. Bei den Sorcerer Kings gibt es einen Zauber, mit dem man weiterhin einen Reform durchführen kann, wodurch der Charge eines so großen Blocks deutlich erweitert wird. Das wurde sogar von Para Bellum auf dem Turnier mit Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen.

Auf der anderen Flanke standen sich mittlerweile Mahut und der Stoneforge gegenüber, während weitere Windmädchen auf die Flanke vorrückten. Wir punkteten beide, und eine Runde später griffen ein Vogel, Mahut und die Windmädchen die Zone an, zusammen mit dem Stoneforge und dem letzten Hellbringer. 

Es dauerte einige Züge, ich verlor einen Vogel und musste einen weiteren nachziehen, aber letzten Endes obsiegte ich dank Wassermarker und Dread im großen Gemetzel. Mahut verschlang dabei einen Stoneforge als erste Leistung auf dem Turnier. Nachdem das Mahut mir Anfang 2025 in Lübeck nur Schande gebracht hatte versuchte es seit dem letzten Lübecker Turnier mit aller Gewalt sein Fehlverhalten wieder gut zu machen. Und Gewalt war hier das Stichwort. Es metzelte sich mittlerweile wie ein Berserker durch meine Feinde und schrie nach Blut und Gewalt. Was auch relativ einfach ist, wenn der Gegner mit dem man im Nahkampf ist minus 2 zum treffen bekommt. 

Ich gewann erwartungsgemäß 70:5 und auch Nino und Tjade konnten ihre Spiele für uns entscheiden wodurch wir einen deutlich besseren und entspannteren Start in das Turnier hatten wie 2025.


Spiel 2: Equipo Ebro auf Bulwark

Spiel Nummer zwei ging gegen einen der Favoriten, die Spanier um Vincent. Sie hatten ebenfalls Dweghom und Sorcerer Kings dabei. Wir setzten zunächst Tjade, während Team Ebro ebenfalls die Dweghom legte. Eigentlich wollten wir mich gegen die Dweghom spielen lassen, aber wir wollten auf keinen Fall Nino in Sorcerer Kings paaren. Deshalb bekam er schließlich die Dweghom und ich stellte mich innerlich schon auf das erste Mirror ein.

Stattdessen durfte ich wieder gegen Vincent spielen, was mich sehr freute. Bulwark war nicht optimal für die Liste, aber ich hatte dieses Szenario einige Male geübt und wusste, dass die Nords nicht genug vorpunkten können. In der Attrition würde ich vermutlich in Runde sechs seine Armee vom Tisch nehmen und noch gewinnen, wenn ich beide Zonen hielt. Wenn ihn etwas am punkten hindert könnte wäre das natürlich besser. 

Hinzu kam, dass wieder ein Wassergeländestück exakt in der Mitte des Tisches lag. Das war für die Liste im Grunde noch einmal ein zusätzlicher Powerboost von etwa zehn Prozent. Ehrlich gesagt würde ich mich nur mit einem Xhiliarchen oder drei bis vier Yoroni-Spinnen am Tisch noch mehr schämen als mit den drei Chandavats. 

Lord Kragan/Vicent Bonet YBDC8 [1995/2000]

== Blooded [130]: Coils of the Serpent
* Stalkers (3) [130]:
* Stalkers (3) [130]:
* Trolls (5) [300]:
== Vargyr Lord [140]: Figurehead of the Naglfar
* Goltr Beastpack (3) [160]:
* Goltr Beastpack (3) [160]:
* Fenr Beastpack (3) [140]:
* Fenr Beastpack (3) [140]:
== Jarl [125]: Ty Jokull, the Rimeheart
* Ulfhednar (3) [200]: Savage
* Sea Jotnar (1) [240]:

Vincents Liste würfelte praktisch gar nicht für Reinforcements, was mir ehrlich gesagt unangenehm war. Deshalb blieb ich zunächst eher defensiv und wollte abwarten. Etwas was ich konnte, aber nicht mochte. Zuerst hatten wir beide unsere beiden Light-Regimenter auf dem Feld. Ich stellte meine mittig auf, während er ein Regiment Stalker links und eines ebenfalls mittig platzierte.

In der nächsten Runde bekam ich einen Vogel und beide Windmädchen. Das war gut, aber noch nichts, womit ich gegen seine Übermacht wirklich angeben konnte. Für den Deckbau spielte es damit kaum eine Rolle, aber immerhin reichte es, um beide Rituale fertigzustellen.

In Runde drei bekam ich dann alles. Das war natürlich hervorragend. Noch besser war, dass ich eine Karte mehr hatte und Vincent anfangen musste. Zuerst ging das mittlere Objektiv an ihn, während das linke etwas Schaden nahm. Ich brachte mein Mahut rechts aufs Feld und versuchte, geduldig zu bleiben und den Schweinen im Wasser ein wenig Schaden mit der Sorcerer zu machen wodurch ein Schwein starb.

Dann bewegten sich die linken Goltr auf neun Zoll an den linken Chandavat heran. Ich überlegte kurz, wie ich darauf reagieren sollte, vor allem weil ich als Nächstes einen der Chandavats aktivieren durfte. Schließlich entschied ich mich für den Charge, um die Fenr zu blockieren. Danach kam noch ein Zauber, aber die Schweine nahmen lediglich zwei Schaden.

Die Fenr, die eigentlich den Marker chargen wollten, konnten das nun nicht mehr tun, weil die Schweine im Weg standen und gebunden waren. Also wurden sie umständlich gedreht und irgendwie in die Zone gestellt, während ich davor einen Wassermarker platzierte. Danach kam Spiteful Winds auf die Goltr am Chandavat und das erste Schwein ging nach Hause. Kurz darauf kam der zweite Vogel über die Kante und zauberte ebenfalls auf die Schweine, wodurch auch das zweite nach Hause ging und die Einheit gebrochen wurde. Anders gesagt war damit klar, dass der Chandavat im Kontakt definitiv überleben würde.

Das motivierte mich genug, um einen riskanten Reform Charge gegen die Trolle mit den Steelheart zu versuchen. Das war nicht sehr klugt, aber ich sah die Chance, das Spiel nicht in eine lange Attrition laufen zu lassen. Die Windmädchen nahmen drei Stands Trolle heraus, öffneten damit allerdings ihre Flanke für Fenr und Stalker. Durch das Wasser war ich aber zuversichtlich, dass ich das aushalten würde. Vincent punktete allein in der rechten Zone und wir gingen in Runde vier.

Ich durfte anfangen und tötete die Trolle sowie einen Fenr. Im Gegenschlag verloren die Windmädchen einen Stand. Dadurch hatten die Stalker Platz, ohne ins Wasser chargen zu müssen, und erschlugen mein Regiment leider über zwei Runden. Das war ärgerlich, aber die beiden Chandavats dominierten inzwischen die Flanke. Zusammen mit Spiteful Winds töteten sie der Reihe nach Vincents Regimenter und sicherten mir schließlich die Zone.

Auf der anderen Seite sah es etwas weniger schön aus. Dort starben meine zweiten Windmädchen zunächst an den Ulfhednar. 

Als dann auch noch das Mahut mit Impacts und Trample nur einen einzigen Schaden am Objektiv machte, war ich leicht verstimmt. Das graue Rüsselvieh wollte offenbar Absolution, aber so würde ich sie ihm definitiv nicht erteilen. Also schickte ich noch einen Chandavat in die Zone, direkt in den Nahkampf mit dem Sea Jotnar.

In Runde sechs begann Vincent. Der Sea Jotnar prügelte auf den Chandavat ein, der dank Loose Formation überlebte. Danach kam Spiteful Winds und anschließend der Chandavat mit drei Aktionen, was ausreichte, um den Sea Jotnar zu töten. Vincent versuchte noch, mit den Ulfhednar das Mahut zu erledigen, aber das stand einfach dort, fraß den Marker und verschlang langsam die Ulfhednar.

Ich gewann das Spiel mit 40 zu 11. Auch Nino siegte gegen die Dweghom, indem seine Moroi ein paar Zwerge zwischen zwei Häusern einschlossen. Tjade hingegen verlor erwartungsgemäß das Missmatch gegen die Sorcerer Kings. Aber das war ein Teamturnier und das das Ziel nicht, dass jeder sein Spiel gewinnt, sondern dass das Team am mehr Siege holt als das gegnerische Team. Das bedeutet beim Pairing auch, dass jemand für das Team ein eher unangenehmes Matchup nehmen muss, damit die anderen beiden dafür bessere Spiele bekommen. Kurz gesagt: Einer isst den Salat, damit die anderen das Steak bekommen.


Spiel 3: Inglorious Basterds auf Head to Head

In Spiel drei erwarteten uns die nächsten Favoriten mit Gwen, Kilian und Baldaxe. Letzteren kannte ich nicht, aber seine Sorcerer Kings Liste war meiner sehr ähnlich.

Wir entschieden uns, mich vorzupaaren, und Frankreich 1, wie wir sie intern getauft hatten, legte Gwen mit Old Dominion vor. Das verwirrte uns ungefähr so sehr wie sie, dass ich vorgepaart wurde. Nino hielt das OD-Mirror für machbar, und wir hofften, dass ich gegen Kilian spielen würde. Gwen erzählte mir später allerdings, dass er lieber Baldaxe in mich opferte, da er sich sicher war, dass Kilian blutige Rache an Tjade für das letzte Jahr üben würde und selbst auch das OD Mirror für machbar hielt.

[ITC] Parisian Pigeons [2000/2000]

== Warlord Maharajah [120]: Wizard (8), Court of Air, Court of Water
* Ghols (3) [110]: Court of Air
* Ghols (3) [110]: Court of Water
* Dhanur Disciples (3) [140]:
* Mahabharati Initiates (3) [160]:
* Trinavarta Chandavat (1) [240]:
== Raj [130]: Prijm Khanjar, Court of Air
* Steelheart Djinn (3) [170]:
* Ghols (3) [110]: Court of Air
* Trinavarta Chandavat (1) [240]:
== Sorcerer [90]: Wizard (7), Court of Air
* Dhanur Disciples (3) [140]:
* Trinavarta Chandavat (1) [240]:

Ähnliche Liste wie meine, nur ohne Mahut, dafür mit zwei zusätzlichen Karten und damit zwei aktiven Regimentern mehr als ich. Die Chandavats waren im Mirror schwer zu töten, konnten selbst aber kaum Schaden anrichten. Das bereitete mir etwas Sorge, besonders für meinen Mahut. Ich hatte gegen eine ähnliche Liste getestet und wusste genau, was die Dhanur zusammen mit zwei Vögeln und meinem Mahut anrichten konnten. Gleichzeitig verfügte ich aber über meinen dicken Block, der gut aufräumen konnte und wir spielten Head to Head. Also kein aufteilen und mehr Karten bedeuteten mehr Punkte für den Gegner.Trotzdem war ich verhalten, weil ich Bladaxe nicht kannte und er im Team von Kilian und Gwen war und daher vermutlich recht gut. 

In den ersten beiden Runden achteten wir darauf, dass unsere Regimenter nicht zu nah beieinander standen. Bladaxe spielte sehr präzise, damit ich Spiteful Winds kaum effektiv einsetzen konnte. Ich wollte die große Zone überladen und schob zwei Chandavats direkt dorthin, wohlwissend, dass mein Mahut bzw der Maharajah einen meiner Vögel wieder heilen könnte.

Dass Bladaxe da zuerst die Dhanur wählte, freute mich sehr. Ich mag Dhanur nicht gerne und stehe damit meist alleine und möchte gerne erklären warum das so ist. Normalerweise will man die früh haben, damit sie arbeiten, doch als erste Auswahl der Runde gibt es oft attraktivere Optionen, wie die Chandavats. Vorallem weil die in Zonen laufen können und die Dhanur nicht und von da gut weiter Druck aufbauen. Kommen die Dhanur aber nicht früh, sind sie meiste etwas obsolet. Während z.B. Windmädchen mit Hellebarden auch in Runde vier noch stark sind, gerade wenn sie von der Flanke kommen und direkt in autocharge zum Gegner stehen. Bei Dhanur sehe ich eher eine Unterstützungsrolle.

In Runde drei hatten wir beide Glück und bekamen praktisch den gesamten Rest. Beim Deckbau hatte ich beschlossen, früh aggressiv die Ghols anzugreifen. Spiteful Winds war zwar ärgerlich, aber dagegen konnte ich mich sowieso nicht verteidigen. Vorallem hoffte ich, dass er lieber seinen Kartenvorteil aussitzen würde und dann nicht konstruktiv zurückschlagen konnte. Meine Magier gingen nach vorne und zauberten auf die Ghols. Auch die Chandavats halfen erfolgreich, Ghols und Mahabharati Initiates auszudünnen und im Gegenschlag passierte fast nichts, wobei er einen Magier nicht rechtzeit in 10" stellte um mir meinen Plan mit Interference etwas zu versalzen 
Dann kam das Mahut links auf das Schlachtfeld um ein paar Wunden zu heilen und ab nächster Runde die Zone für hoffentlich drei Runden oder mehr zu halten. In dieser Runde oblag die Aufgabe noch den Chandavats. 

In der Folgerunde durfte ich wegen weniger Karten anfangen und eliminierte weitere Ghols. Auf der linken Flanke standen nun zwei Chandavats, die Mahabharati Initiates und ein Regiment Dhanur gegen meinen drei Chandavats und dem Mahut gegenüber. Ich schickte einen Chandavat über das Haus, um das Backfield abzuräumen, eigentlich kaum nötig, denn das Mahut schien die Lektion aus dem letzten Spiel über Schande, Pflicht und Wiedergutmachung verinnerlicht zu haben. Runde für Runde fegte er durch die Vögel, unterstützt zwar durch ein paar Ghols und zwei Vögel, doch jeder Todesstoß  kam von ihm. Stolz präsentierte mir das Mahut die Schädel und Flügel von zwei erschlagenen Chandavats. Zwar hatte ich be dem ganzen Gemetzel auch einen Vogel verloren, aber die gesamte Flanke im Gegenzug ausgelöscht. 

 
Auf der rechten Seite und im Zentrum jagte hingegen sein dritter Chandavat meine Sorcerer zusammen mit Ghols. Die wehrten sich minimal und starben dann erwartungsgemäß zeitig. Mein großer Block Windmädchen hingegen verhielt sich passiv und bewegte sich regelmäßig aus dem Wassermarker heraus, der langsam nachrückte. Bei ihm lief es ähnlich, nur dass er dort eine MSU Windmädchen-Einheit mit Raj und Dhanur plus Sorcerer hatte. Ich stellte meine MSU Windmädchen ebenfalls auf die rechte Flanje und wollte sie durch das Haus schicken. Da ich jedoch auf der linken Flanke obsiegte, machte er einen Move Charge in meinen Steelheart mit seinen, um die nächste Initiative zu erzwingen. 

Ich gewann die Initiative, eliminierte den Block und ging auf Jagd nach dem letzten Chandavat. Wie erwartet scheiterten die Mädchen aber an ihm. 


Das war aber egal, denn Sir Vogelschreckt persönlich war angerückt erledigte schließlich auch den dritten Vogel. Damit sicherte ich mir den Sonderpreis für das Töten von drei Vögeln und einen kleinen, süßen Pokal.

Meine Teamkameraden hatten weniger Glück. Tjade stellte sich selbst zu und wurde von Kilian besiegt. Nino spielte zu gierig, statt konservativ, und ein klassischer „das sieht sonst niemand“ Moment gegen einen erfahrenen Gegner wurde ihm zum Verhängnis. So verloren wir diese Runde mit 1:2.

Mit allen Turnierteilnehmern gingen wir anschließend zu einem Asiaten. Laut Guillaume hatte ich dort das französischste asiatische Gericht bestellt, das möglich war.



Spiel 4: Wahnzinn auf Foresight

Im letzten Spiel trafen wir auf ein anderes deutsches Team: Maphi, Felix und Carsten aus der Stuttgarter Ecke. Wir kannten uns gut, und hier im Blog gibt es bereits den einen oder anderen Spielbericht gegen sie. Mit Felix hatten sie zudem den wohl aktivsten süddeutschen Spieler dabei, der eine Ancestor Warlord Liste der Dweghom ins Feld führte. Mit genau dieser Liste hatte er zuvor Kremenceks Spire geschlagen. Das war für uns Grund genug, etwas vorsichtiger zu werden. Aber auch Maphis W’adrhun und Carstens City States waren alles andere als harmlos, und auf Foresight passieren bekanntlich gern einmal dumme Dinge.

Die Paarungen standen schnell fest. Tjade durfte mit Maphi tanzen, Nino bekam Felix, und ich hatte nach einer Ewigkeit mal wieder das Vergnügen, gegen Carsten zu spielen.

T2 [2000/2000]
== Polemarch [130]: Atalanta's Spear, Disorienting Strikes
* Thorakites (4) [195]: Minotaur Thyrean Auxiliary, Andromachos
== Aristarch [90]:
* Phalangites (5) [255]: Sacred Band Veterans Auxiliary, Dorilates
* Selinoi (3) [120]:
* Selinoi (3) [120]:
* War Chariots (2) [260]: Skorpios(2)
== (Warlord) Polemarch [165]: Army of Lions, Blades of Eakides, Inscription of Lighter Alloys
* Hoplites (5) [235]: Minotaur Haspist Auxiliary, Dorilates
* Minotaur Thyreans (3) [190]:
== Ipparchos [100]:
* Companion Cavalry (3) [140]:

Carsten meinte zu Beginn, dass er schon ewig nicht mehr gegen Sorcerer Kings gespielt hatte, praktisch seit dem letzten Nerf. Also gab ich ihm eine kurze Einweisung, was gleich passieren würde. Danach schaute er auf das Wasserfeld in der Mitte, wo zufällig auch die einzige Zone lag, in der man bei Foresight halbwegs entspannt punkten konnte. Wir stellten unsere Armeen auf, gingen in die Zonen und weil Foresight eben Foresight ist, stand es direkt 4:0 für mich. Carsten las daraufhin das Szenario noch einmal sehr aufmerksam und betrachtete dabei lange genau dieses Wasserfeld. 

In Runde drei standen dann endlich fast alle Einheiten auf dem Tisch. Ich bewegte mich kaum, während Carsten auf meiner rechten Seite vorsichtig aus der Zone zurückwich, weil er Angst hatte, mein Block könnte plötzlich reinspringen und Unsinn machen. Ich blieb entspannt stehen, wartete ab und tötete nebenbei zwei Ponys. Seine Thorakites sprangen derweil in meine Windmädchen, und mir war klar: Nächste Runde kommt die Polemarch Supremacy. 

Mit der Supremacy räumte er die Windmädchen weg und mein Mahut bekam direkt danach noch ein paar Reiter ins Gesicht, nahm das stoisch hin, heilte sich und schaute danach sehr zufrieden während es alle Reiter zerfleischte und auffrass. Die Ghols sprangen den Thorakites in den Rücken und insgesamt bewegten wir uns weiterhin erstaunlich wenig. 

Carsten bekam nun auch zum ersten Mal Punkte vom Szenarie und lobte mein taktisches Verständnis für das Szenario. Ich erklärte ihm ehrlich, dass ich das jede Runde auswürfle und einfach auf mein Glück vertraue. Die Mischung aus Entsetzen und Verwirrung in seinem Gesicht war großartig. Vom Nachbartisch meinte Nino, ich hätte mit ziemlicher Sicherheit einen Pakt mit irgendeinem alten Gott geschlossen und das sie dementsprechend nicht verwunderlich Als ich rüberschaute, sah ich allerdings einen fröhlichen Felix dessen Armee tief in Ninos Aufstellungszone stand und der auch noch sehr deutlich führte. Forsight halt.

Motiviert davon schickte Carsten meinem Mahut die Zweihandkühe ins Gesicht und ich schluckte. Der Elefant erinnerte sich offenbar an die Konsequenzen von Versagen, blieb stehen und fraß anschließend einfach alle Kühe auf. 21 Lebenspunkte plus Teneacois 1, weg. Danach blickte der Mahut hoffnungsvoll zu mir, aber Vergebung gab es noch nicht. Wenn auch eine grimmige Zufriedenheit von meiner Seite. Also fraß er in der nächsten Runde auch noch die Thorakites und bekam dafür ein liebevolles tätscheln.

Auf der anderen Flanke wurde ich dann kurz weniger schlau. Nachdem ein Chandavat und ein Spiteful Winds die letzten Selinoi beseitigt hatten, zog ich mich mit dem Chandavat so weit zurück, dass nichts mehr ihn chargen konnte. Also schob er die Phalangites nach vorne und gab mir die Option auf einen Charge Clash mit den fünf Windmädchen mit Maharajah, den ich natürlich gierig annahm. Irgendwie hatte die die Hopliten und das Mobility Draw Event aber vergessen und so tauschte ich die Hälfte meiner Windmädchen gegen die Hälfte der Phalangiten.

Immerhin wurden die restlichen Phalangiten noch von einem der Chandavats getötete und so war die letzte Schlacht nurnoch zwischen den Steelhart und en Hopliten, oder? 

Nein, den der Maharajah nahm selbstverständlich das Duell gegen den Polemarchen an und starb ehrenvoll. Anschließend machten Spiteful Winds und die Chandavats gehacktes aus den Hopliten und den letzten Streitwagen der da irgendwo noch rumkurvte.

Währenddessen hatte Nino sich irgendwie wieder ins Spiel geprügelt und Felix am Ende doch noch besiegt, vermutlich mit Hilfe der Xhiliarch-Supremacy. Tjade demonstrierte derweil, dass man mit zehn Würfeln auch einfach sehr viele Fünfen und Sechsen werfen kann, etwas, das bei ihm bei 40k nachweislich nicht gelingt. So spazierte Maphi ziemlich unbeeindruckt durch die Magie der Dweghom und Tjades Regimenter hatten eine eher unerfreuliche und ungesunde Begegnung mit zwei Cleave 3 Deadly Apexen. Nachdem der Sorcerer Warlord bzw die Würfel Tjade im dritten Turnier in Folge keinen Erfolg gebracht hatten, entscheid er sich neue Würfel zu kaufen. Am Ende stand es 2:1 für uns und der Rundensieg war geschafft. 

Am Finaltisch gewannen die Franzosen aus unserem dritten Spiel gegen ein spanisches Team und wurden ITC-Sieger. Mit 3:1 hatten wir die Chance auf das Treppchen und da unser SoS der höchste im Turnier war, landeten wir auf dem zweiten Platz.

Wir haben uns auch dieses Jahr wieder unglaublich willkommen gefühlt und kommen jedes Mal gerne nach Frankreich um unsere Freunde dort zu besuchen. Gerade die Schürzen fand ich sehr süß und wenn alles klappt, werden wir also sicher nicht das letzte Mal die zehn Stunden Autofahrt auf uns genommen haben.

Zum Schluss bleibt vor allem Danke zu sagen. An die Organisatoren für ein hervorragend organisiertes Event, an unsere Mitspieler für unterhaltsame Spiele und all die Leute auf dem Turnier, mit denen solche Wochenenden überhaupt erst zu dem werden, was sie sind. Genau diese Mischung aus guten Spielen, langen Gesprächen und gemeinsamen Abenden macht für mich den Reiz solcher Turniere aus.

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