Moin,
dies ist der fünfte Meta Report auf dieser Seite. Diesmal werfen wir einen Blick auf das erste Halbjahr 2026 und damit auf eine Phase, in der sich das Conquest Meta spürbar verändert hat. Wer nach den großen Updates des vergangenen Monaten davon ausging, dass sich die Machtverhältnisse langsam stabilisieren würden, wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eines Besseren belehrt.
Den größten Einfluss hatte zweifellos das umfassende Spires Rework im Januar, das die Fraktionslandschaft ordentlich durcheinandergewirbelt hat. Doch dabei blieb es nicht. Im März folgten bereits die Reworks für Old Dominion und Nords, während vor wenigen Wochen auch die Weaver Courts ihre große Überarbeitung erhalten haben. Kaum eine andere Phase im Spiel in 2.0 von so vielen grundlegenden Veränderungen innerhalb kurzer Zeit geprägt.
In den ersten sechs Monaten des Jahres fanden laut T3 deutschlandweit 14 Turniere statt. Insgesamt wurden dabei 187 Spieler gezählt. Das entspricht nahezu exakt dem Wert des ersten Halbjahres 2025 und spricht für eine weiterhin stabile und aktive Turnierszene.
Wie bei allen Auswertungen dieser Art gilt jedoch die übliche Einschränkung: Die nackten Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Gerade in einer vergleichsweise kleinen Turnierszene können einzelne Vielspieler die Statistik deutlich beeinflussen. Wenn eine Fraktion besonders viele Turniersiege vorweisen kann, liegt das nicht zwangsläufig an ihrer Spielstärke, sondern manchmal schlicht daran, dass ein oder zwei Spieler ein außergewöhnlich erfolgreiches Halbjahr hatten. Auf diesen Punkt werden wir später noch einmal zurückkommen.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Fraktionsverteilung im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2025. Vorheraber n9och ein Bild von Nauthis cooler Steel Legion die er nicht zum Bemalwettbewerb fertig bekommen hatte:
📊 Fraktionsverteilung: Vergleich H2 2025 vs. H1 2026
| Fraktion | Anteil H2 2025 | Anteil H1 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Spires | 7,50 % | 14,97 % | +7,47 |
| Hundred Kingdoms | 9,17 % | 13,90 % | +4,73 |
| W’adrhŭn | 15,00 % | 13,37 % | −1,63 |
| Nords | 13,33 % | 12,30 % | −1,03 |
| Yoroni | 13,75 % | 11,23 % | −2,52 |
| Old Dominion | 15,00 % | 9,63 % | −5,37 |
| Dweghom | 10,83 % | 9,09 % | −1,74 |
| City States | 8,75 % | 7,49 % | −1,26 |
| Sorcerer Kings | 5,83 % | 4,28 % | −1,55 |
| Weaver Courts | 0,83 % | 3,74 % | +2,91 |
Ein Blick auf die Verteilung liefert bereits die erste große Entwicklung des Halbjahres. Die Spires haben nach Jahren im unteren Feld ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Das umfassende Rework im Januar hat der Fraktion neues Leben eingehaucht und sie mit knapp 15 % Anteil zur meistgespielten Armee auf deutschen Turnieren gemacht. Viele Veteranen haben ihre alten Modelle wieder aus dem Schrank geholt, gleichzeitig sind zahlreiche Spieler neu zur Fraktion gewechselt.
Am stärksten betroffen war davon das Old Dominion. Obwohl die Untoten erst im März ein eigenes Rework erhalten haben, verlor die Fraktion gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich an Spielern. Der mittlerweile bekannte Effekt des „Rework Tourismus“ war hier vermutlich die Ursache. Viele Spieler wollten die neuen Spires ausprobieren und wechselten zumindest vorübergehend die Fraktion. Inzwischen zeichnet sich allerdings bereits eine leichte Gegenbewegung ab und die ersten Rückkehrer tauchen wieder auf den Turnieren auf.
Direkt hinter den Spires folgen die Hundred Kingdoms. Das Rework der Fraktion bleibt eines der beliebtesten der gesamten zweiten Edition und sorgt weiterhin für stabile Spielerzahlen. Die Fraktion konnte ihren Anteil sogar noch einmal ausbauen und gehört inzwischen ebenfalls zu den meistgespielten Armeen des Landes.
Die W’adrhŭn verlieren dagegen nur geringfügig an Anteil und bleiben einer der konstantesten Bestandteile der deutschen Turnierszene. Trotz verschiedener Anpassungen und neuer Konkurrenz behaupten sie sich weiterhin in der Spitzengruppe. Oder anders gesagt: Wer mag keine Dinosaurier?
Etwas überraschender fällt die Entwicklung der Yoroni aus. Im letzten Report hatte ich noch die Prognose gewagt, dass sie mittelfristig zur beliebtesten Fraktion Deutschlands aufsteigen könnten. Davon sind sie aktuell zwar noch entfernt, dennoch bleiben sie ein fester Bestandteil des oberen Mittelfelds und gehören weiterhin zu den prägendsten Fraktionen des Metas.
Auch die Weaver Courts gewinnen langsam an Sichtbarkeit. Mit knapp vier Prozent Spieleranteil sind sie noch weit von den etablierten Fraktionen entfernt, haben den Status einer reinen Exotenarmee aber hinter sich gelassen. Aktuell verfügen wir in Deutschland zwar erst über wenige aktive Turnierspieler, ihre Zahl wächst jedoch stetig. Gleichzeitig sorgen die Armeen auch optisch für Abwechslung auf den Turniertischen und gehören schon jetzt zu den auffälligsten Erscheinungen der Fraktionlandschaft.
Betrachtet man jedoch nicht die Beliebtheit der Fraktionen, sondern die tatsächlichen Turnierergebnisse, ergibt sich ein deutlich anderes Bild.
🏆 Turniersiege und ungeschlagene Spieler: 1. Halbjahr 2026
| Platz | Armee | Siege | Anzahl ungeschlagen |
|---|---|---|---|
| 1 | Sorcerer Kings | 4 | 4 |
| 2 | W’adrhŭn | 3 | 2 |
| 3 | Dweghom | 2 | 2 |
| 4 | Yoroni | 2 | 5 |
| 5 | Spires | 1 | 1 |
| 6 | Old Dominion | 1 | 3 |
| 7 | City States | 1 | 1 |
| 8 | Nords | 0 | 1 |
| 9 | Hundred Kingdoms | 0 | 0 |
| 10 | Weaver Courts | 0 | 0 |
Diese Tabelle zeigt vor allem die Grenzen statistischer Auswertungen in einer vergleichsweise kleinen Turnierszene. Reine Siegzahlen lassen sich bei Conquest nur sinnvoll im jeweiligen Kontext betrachten, denn einzelne Vielspieler können das Gesamtbild erheblich beeinflussen.
Ein gutes Beispiel dafür liefert meine eigene Saison. Im ersten Halbjahr 2026 habe ich neun Turniere in Deutschland gespielt und acht davon gewonnen, verteilt auf W’adrhŭn, Sorcerer Kings und Dweghom. Allein dadurch verschieben sich die Zahlen einzelner Fraktionen bereits deutlich. Genau deshalb halte ich wenig davon, Turniersiege isoliert als Beleg für die Stärke oder Schwäche einer Armee heranzuziehen. Aus meiner Sicht ist das Spiel aktuell so ausgeglichen, dass jede Fraktion ein klassisches Drei-Spiele-Turnier gewinnen kann, wenn Liste, Matchups und Spielplan zusammenpassen.
Wer sich über die W’adrhŭn wundert, findet ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, warum Statistiken manchmal genauer betrachtet werden müssen. Die Fraktion kommt auf drei Turniersiege, stellt aber nur zwei ungeschlagene Spieler. Der Grund ist einfach: Lena gewann eines der Turniere mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Da ich für diese Auswertung Unentschieden nicht als ungeschlagene Ergebnisse werte, taucht dieser Turniersieg nicht in der entsprechenden Spalte auf.
Mindestens genauso interessant ist der Blick auf die beliebtesten Fraktionen des Landes. Spires und Hundred Kingdoms stellten zusammen 54 Teilnehmer und damit mehr als ein Viertel aller Armeen auf deutschen Turnieren. Trotzdem gelang den Spires nur ein Turniersieg, während die Hundred Kingdoms keinen einzigen ungeschlagenen Spieler hervorbrachten. Das zeigt, dass hohe Spielerzahlen nicht automatisch zu überdurchschnittlichen Ergebnissen führen. Gerade nach großen Reworks experimentieren viele Spieler mit neuen Listen und Mechaniken, bevor sich erfolgreiche Konzepte herauskristallisieren.
Auf der anderen Seite bestätigen die Yoroni ihren Ruf als äußerst konstante Turnierfraktion. Zwar stehen lediglich zwei Turniersiege zu Buche, gleichzeitig kommen sie aber auf fünf ungeschlagene Spieler und vor allem verschiedene Spieler. Damit gehören sie zu den schwierigsten Armeen, über ein gesamtes Turnier hinweg zuverlässig zu bezwingen.
Am Ende bestätigt sich damit eine Beobachtung, die sich seit Jahren durch die deutsche Turnierszene zieht: Turniere werden in erster Linie von Spielern gewonnen, nicht von Fraktionen. Die Gruppe der aktiven Vielspieler ist nach wie vor überschaubar, und ihr Einfluss auf die Ergebnisse ist deutlich größer als die Unterschiede zwischen den einzelnen Armeebüchern.
Eine Sammlung der ungeschlagenen Turnierarmeen und erfolgreichen Listen aus dem deutschen Meta findet ihr hier: Monatsübersicht der Siegerlisten auf deutschen Turnieren
Auf Basis dieser Gesamtauswertung sowie der im Report aufgeführten Turniere folgt nun das subjektive Power Ranking für das erste Halbjahr 2026. Dieses ist wie immer bewusst interpretativ und spiegelt meine persönliche Einschätzung der aktuellen Fraktionsstärke wider.
Hundred Kingdoms, B-Tier
Nach dem März-Update hatte ich erwartet, dass die Hundred Kingdoms mit ihren Ritterlisten deutlich stärker vom veränderten Meta profitieren würden. Die gesunkenen Bedrohungsreichweiten vieler Fraktionen schienen ihnen eigentlich in die Karten zu spielen.
In der Praxis blieb die große Dominanz jedoch aus. Zwar liefern die Hundred Kingdoms weiterhin solide Ergebnisse, außerhalb Deutschlands sieht man klassische Order- oder Feudal-Listen aber überraschend selten.
Ein Grund dafür sind die Yoroni. Ihre widerstandsfähigen Blöcke und der hohe Schaden der Tengu machen vielen Ritterlisten das Leben schwer. Oft fehlt den Hundred Kingdoms nur ein kleines Stück zum entscheidenden Durchbruch, doch genau dieser letzte Schritt gelingt zu selten. Dazu kommt, dass Hindering Terrain auf vielen Turniertischen Kavallerie zusätzlich ausbremst.
Spires, A-Tier
Die Spires haben sich im ersten Halbjahr von einer der seltensten Turnierfraktionen zur meistgespielten Armee Deutschlands entwickelt. Das Rework im Januar hat die Fraktion grundlegend modernisiert, und bereits im März folgten erste Anpassungen auf Basis des Community-Feedbacks. Besonders die Änderungen an den Prideborne sowie die Rückkehr eines Teils der alten Deckmanipulation über das Direktorat haben sich als sinnvoll erwiesen.
Die Voraussetzungen für eine Spitzenfraktion waren damit geschaffen. Interessanterweise zeigt sich jedoch eine deutliche Trennung zwischen dem deutschen und dem internationalen Meta. Während in Osteuropa vor allem klassische Avatara-Listen zahlreiche Erfolge feiern, sieht man diesen Ansatz auf deutschen Turnieren nur selten. Stattdessen wird hier mit einer erstaunlichen Bandbreite unterschiedlicher Konzepte experimentiert. Trotzdem fallen die Ergebnisse insgesamt positiv aus. Zwar gelang den Spires in Deutschland nur ein Turniersieg, gleichzeitig finden sich ihre Listen regelmäßig auf den vorderen Plätzen wieder.
Für die ganz große Dominanz fehlen aus meiner Sicht zwei Dinge. Zum einen kämpft die Fraktion noch immer mit einigen internen Antisynergien, die in bestimmten Situationen unnötig bestrafend wirken. Zum anderen verlangt das neue Armeebuch ein sehr präzises Spiel. Aktivierungen, Synergien und Ressourcenmanagement müssen deutlich genauer geplant werden als bei vielen anderen Fraktionen. Wer diese Lernkurve meistert, verfügt über eine der stärksten Armeen des aktuellen Metas. Fehler verzeiht die Fraktion allerdings nur selten.
Dweghom, B-Tier
Im März gingen viele nach den harten Nerfs für Tempered noch davon aus, dass die Dweghom ans Ende des Metas abrutschen würden. Die Realität im Juni sieht jedoch anders aus: Die Fraktion steht deutlich stabiler da als erwartet.
Die allgemeinen Statistiken wirken auf den ersten Blick nur durchschnittlich, was vor allem an ausgeprägten Matchup-Problemen liegt. Ardent und Tempered verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze und leiden jeweils unter spezifischen Schwächen gegen bestimmte gegnerische Archetypen. Clans sind aufgrund der eigenen Struktur aktuell nirgendwo ein Thema. Die wiedererstarkten Ardent-Listen, die seit Turnieren wie Winnenden und Breslau fest im deutschen und internationalen Meta verankert sind und mit denen ich in Bremen selbst gewinnen konnte, tun sich beispielsweise stark gegen Ritterarmeen schwer, liefern dafür aber sehr solide Ergebnisse gegen viele andere Fraktionen mit geringerem Defensive-Profil.
Auch die Tempered-Listen sind nach den Anpassungen keineswegs verschwunden. Insgesamt ergibt sich dadurch ein gespaltenes Bild innerhalb der Community. Einige Spieler empfinden die beiden Zweige als zu eindimensional, andere schätzen gerade diese klare Fokussierung sehr.
Nord, A-Tier
Im März war ich nach dem umfassenden Rework sehr positiv gestimmt, was die Nords angeht. Die neue Ausrichtung hat die alte Evasion-Abhängigkeit deutlich reduziert und über die Tribal Tactics gute Kombinationen für Mortals ermöglicht. Gleichzeitig sind Einheiten wie die Berserker wieder deutlich relevanter geworden. Meine damalige Einschätzung ging daher klar in Richtung oberes Mittelfeld, sofern die Fraktion Antworten gegen Spires und Hundred Kingdoms findet.
In der Praxis hat sich das Bild etwas verschoben. Neben diesen Matchups ist mit den Yoroni ein weiterer problematischer Gegner nicht etwas verschwunden, sondern gestärkt wieder dazu gekommen. Trotz des hohen Schadenspotenzials der Nords fehlt in diesen Spielen teilweise genau der entscheidende Output, um die stabilen Blöcke zuverlässig zu brechen. International gab es dennoch einzelne starke Ergebnisse, etwa durch den Turniersieg des zweifachen Weltmeisters in Italien. Gleichzeitig werden erfolgreiche Listen wie stark auf Schweineeinheiten fokussierte Builds zunehmend kopiert und auch in anderen Regionen gespielt.
In Deutschland ist das Bild breiter gefächert. Neben diesen extremen Varianten setzen viele Spieler auf die gebufften Mortals. Besonders der Ulfhednar Block hat sich hier als solides Kernelement etabliert.
W'adrhŭn, B-Tier
Wer die W’adrhŭn im ersten Halbjahr 2026 auf den Turniertischen beobachtet hat, erkennt schnell ein ungewöhnlich breites Bild. Statt sich auf ein einzelnes dominantes Listenkonzept zu konzentrieren, werden unterschiedlichste Builds erfolgreich gespielt. Von Chosen of Death über Chosen of Conquest bis hin zu stark monsterlastigen Listen mit Dinos und Thunderridern ist alles vertreten, häufig auch in gemischten Kombinationen.
Diese Vielfalt wird durch ein insgesamt sehr flexibles Einheitenprofil unterstützt. Insbesondere die weiterhin starken Light Units sorgen dafür, dass die W’adrhŭn sowohl offensiv als auch im Szenariospiel handlungsfähig bleiben und in vielen Matchups über solide Werkzeuge verfügen.
Das Ergebnis ist eine Fraktion, die weniger über ein einzelnes dominantes Konzept funktioniert, sondern über ein breites Spektrum an spielbaren Ansätzen. Genau das macht sie aktuell stabil und schwer zu „lösen“, auch wenn viele Spieler dem früheren, stärker ritualisierten Spielstil mit Chants weiterhin nachtrauern.
Old Dominion, A-Tier
Im März war das Fazit zum umfassenden Rework des Old Dominion eindeutig: Die ehemalige S-Klasse wurde bewusst auf ein normales Leistungsniveau zurückgeführt. Die Zeit, in der der Xhiliarch viele Spiele nahezu automatisch entscheiden konnte, war damit vorbei. Gleichzeitig brachte das Update die Rückkehr klassischer Aura of Death Listen zurück, während die neue Brittle-Regel Flanken- und Rückenangriffe gegen die Untoten Römer deutlich gefährlicher machte.
Im Juni zeigt sich, dass diese Anpassungen im Kern funktioniert haben. Die Siegraten des Old Dominion haben sich spürbar normalisiert und bewegen sich inzwischen in einem gesunden Mittelfeld. Gleichzeitig ist jedoch ein Rückgang der Spielerzahlen zu beobachten. Der bereits erwähnte Rework Tourismus hat viele Spieler vorübergehend zu anderen Fraktionen, insbesondere zu den Spires, geführt, während sich innerhalb der verbleibenden Spielerbasis noch kein vollständiger Konsens über die optimalen Builds herausgebildet hat.
Entsprechend wird aktuell viel experimentiert. Während einige Spieler versuchen, den Xhiliarch stärker für aggressives Szenariospiel zu nutzen oder Fallen Divinity Listen zu stabilisieren, setzt sich zunehmend der Archimandrite als erfolgreichster Warlord durch. Zusammen mit dem Hierodiacon bildet er derzeit das wohl stabilste Warlord Duo im aktuellen Meta.
City States, A-Tier
Im März erhielten die City States durch punktuelle Anpassungen und die neue Ipparchos Warlord Fähigkeit einen spürbaren Schub. Besonders die Punkteanpassungen sorgten dafür, dass die Fraktion im kompetitiven Umfeld wieder deutlich attraktiver wurde.
International ist das Bild weiterhin relativ klar geprägt von Streitwagen und kavallerielastigen Builds. In Deutschland hingegen liegt der Fokus stärker auf stabilen Infanterie Konzepten mit Thorakites und Phalangites, meist geführt vom klassischen Polemarchen Warlord. Gerade dieser Warlord ist hierzulande besonders präsent und gleichzeitig ein interessanter Faktor im Spiel: Seine Supremacy gehört zu den stärksten, aber auch am häufigsten übersehenen Mechaniken im aktuellen Meta, was regelmäßig zu vermeidbaren Spielentscheidungen führt.
Trotz guter Ergebnisse und stabiler Präsenz in Turnierlisten ist die Stimmung in der Community jedoch verhalten. Viele Spieler empfinden das aktuelle Listenbausystem als eingeschränkt und wenig abwechslungsreich. Im Vergleich zu den zuletzt stark überarbeiteten Fraktionen wie den Nords oder den Weaver Courts fehlt es den City States derzeit an frischen Optionen und spielerischer Vielfalt.
Das führt dazu, dass weniger die Stärke der Fraktion kritisiert wird, sondern vielmehr ihr aktuelles Designgefühl. Die Effizienz ist vorhanden, der Spielspaß wird jedoch häufig als hinter dem Potenzial zurückbleibend beschrieben, insbesondere im Vergleich zu den jüngsten großen Reworks im Meta.
Sorcerer Kings, A-Tier
In Deutschland gehören die Sorcerer Kings weiterhin zu den am seltensten gespielten Fraktionen. Abgesehen von einzelnen aktiven Spielern sind sie auf Turnieren entsprechend wenig vertreten, was sich unmittelbar in der statistischen Aussagekraft widerspiegelt. Die beobachteten Ergebnisse hängen dadurch stark von wenigen Personen ab und sind nur eingeschränkt repräsentativ für die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Fraktion. Gleichzeitig berichten Spieler aus verschiedenen Regionen, dass sie die Fraktion im Turnierumfeld zwar vereinzelt erfolgreich sehen, im eigenen Umfeld jedoch kaum praktische Erfahrung mit ihr haben. Es fehlt vielerorts schlicht an regelmäßiger Spielpraxis gegen die Sorcerer Kings.
Auf reiner Spielebene sind Court Listen grundsätzlich turnierfähig und können in allen drei bisher erschienenen Elementen solide Ergebnisse erzielen. Gleichzeitig liegt genau hier eine strukturelle Besonderheit der Fraktion. Effektiv existieren mehrere eigenständige Teilkonzepte innerhalb eines einzigen Armeebuchs, die zwar theoretisch miteinander kombiniert werden können, in der Praxis jedoch nur selten wirklich synergieren. Hinzu kommt, dass die Mechanik rund um die Courts und Rituale für viele Gegner schwer greifbar bleibt. Der erhöhte Verwaltungsaufwand im Spiel und die zusätzliche Kartendichte führen dazu, dass die Fraktion häufig komplexer wahrgenommen wird, als es ihre reine Spielstärke vermuten lässt. Das wirkt sich insbesondere auf die Außenwahrnehmung und die Lernkurve im Matchup aus.
Yoroni, S-Tier
Im März deutete vieles darauf hin, dass die Yoroni ihre zuvor dominante Monster Ausrichtung verlieren würden. Zwar fielen die Anpassungen an den Jorogumo moderat aus, doch der entscheidende Einschnitt war der Verlust der Loose Formation für Monster sowie die Anpassungen an den Heilmechaniken. Dadurch wurde der frühere Monster Spam effektiv aus dem Spiel genommen.
Trotzdem gehören die Yoroni weiterhin zur absoluten Spitze des Metas. Statt massiver Monsterlisten dominieren inzwischen große, modulare Blöcke mit sechs Stands und Hardened oder mehr Stands. Alternativ werden häufig Fu Spam Listen mit mehreren Flank Optionen gespielt. Beide Varianten erzeugen enormen Druck im Nahkampf und sind nur schwer effizient zu beantworten. Zusätzlich verstärkt die aktuelle Jorogumo Zauberin mit ihren Zaubern ohne Skalierung die Stabilität dieser Einheiten weiter. Dadurch entsteht ein extrem robustes Grundprofil, das in vielen Matchups nur schwer aufzubrechen ist.
Im direkten Spiel führt das dazu, dass ein klassischer Nahkampf gegen diese Blöcke häufig ineffizient ist. Viele Armeen sind gezwungen, stärker über Szenario und Mobilität zu spielen, da ein frontaler Schlagabtausch meist nicht in ein günstiges Tauschverhältnis führt. Dazu muss aber das Szenario passen.
Weaver, A-Tier
Im März waren die Weaver Courts noch die rätselhafteste Fraktion im Meta. Stark geprägt von repetitiven Listenmustern und einem sehr eingeschränkten Spielgefühl galten sie vielerorts als klarer Kandidat für ein spätes Rework und wurden von mir damals noch nicht eingeordnet.
Mit dem Rework vor wenigen Wochen hat sich dieses Bild jedoch deutlich verändert. Die Siegraten sind spürbar gestiegen, international konnten bereits erste Turniersiege verzeichnet werden, und auch in Deutschland gab es mit einem starken dritten Platz in Aschaffenburg ein erstes Ausrufezeichen.
Gerade dieses Turnier hat den Eindruck hinterlassen, dass die Weaver Courts sich direkt in der oberen Meta Region etablieren könnten. In den Spielen dort zeigte sich eine Kombination aus sehr stabiler Defensive, starkem Massenbeschuss und einer insgesamt hohen Effizienz in den Szenarien, die nur schwer zu beantworten war.
In meinen eigenen Partien gegen die Winter Weaver mit Seachan Warlord waren insbesondere die Kombination aus Armeeweiten Debuffs, zuverlässigen Verteidigungswürfen mit Re Rolls sowie absurd günstigen Kern Skirmisher sehr präsent. Gleichzeitig haben auch die anderen Seasonal Builds in unseren Übungsspielen gezeigt, dass die Fraktion insgesamt ein breites Spektrum an spielbaren und turnierfähigen Varianten besitzt.
In Summe entsteht dadurch der Eindruck einer Fraktion, die nicht mehr experimentell wirkt, sondern sich bereits im oberen Bereich des Metas festgesetzt hat. Die Weaver Courts gehören damit im Juni klar zu den ernstzunehmenden Kräften im Turnierumfeld.
Schlussworte
Das erste Halbjahr 2026 zeigt für mich vor allem eines: Das Meta ist so offen wie selten zuvor. Trotz zahlreicher Reworks haben sich keine dauerhaft dominierenden Fraktionen etabliert. Viel häufiger entscheiden inzwischen Listenbau, Matchups und spielerische Entscheidungen über den Turniererfolg. Genau das macht Conquest aktuell zu einem der spannendsten Tabletops, die ich bisher gespielt habe.
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen und seht einige Punkte anders als ich. So oderso freue ich mich euch auf den nächsten deutschen Events zu treffen.
Grüße
Hanna

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